Frisch eingekocht: leckere Marmelade aus Sommerobst

Malis Polenz (links) und Monika Bossek (rechts) haben über die Jahrzehnte ihre Rezepte verfeinert. Die Ergebnisse sehen nicht nur gut aus, sie schmecken auch so.

(JP) Früchte einkochen gehört für Monika Bossek (64) und ihre Schwester Malis Polenz (67) zum Sommer dazu, wie grillen im Garten. Ihre selbst gekochten Marmeladen und Gelees verschicken sie bis in Deutschlands Süden zu Verwandten. Die Begeisterung dafür übernahmen die Frauen im Kindesalter von ihrer Mutter.

Ein 50 Jahre alter Entsafter befindet sich auf einem Herd, platziert auf einem Gartentisch unter dem Vordach der Laube. Monika Bossek füllt zwei Beutel Brombeeren hinein. „Ist das Wasser im Entsafter heiß, werden die Beeren durch den Dampf weich. Der Saft tritt aus“, erklärt die 64-Jährige. Aus dem Saft macht sie Brombeergelee. Vor 38 Jahren hat das Ehepaar Bossek den Garten im KGV Gelsenkirchen-Süd übernommen. Seitdem kocht sie jeden Sommer die verschiedensten Leckereien ein.

Familie und Freunde freuen sich über süße Geschenke

Alle Früchte kommen aus dem eigenen Garten. „Wir haben Stachelbeeren, Brombeeren, Erdbeern, Johannesbeeren und einen Pflaumenbaum“, zählt sie auf. Da die Früchte aus dem Garten lecker und zu schade zum Wegwerfen sind, entstehen im Sommer unzählige Gläser Konfitüre. Der Vorrat reicht bis in das nächste Jahr. Im Supermarkt haben Bossek und Polenz seit Jahren keine Marmelade gekauft. Das, was nicht in den Keller passt, verschenken sie an Freunde und Verwandte. „Ich schicke Gläser bis nach München und Ulm“, berichtet die Gelsenkirchenerin. Dabei erfüllt sie die Wünsche ihrer Liebsten: „Unsere Enkel mögen die Erdbeermarmelade lieber ohne Kerne und Stückchen.“

Die Schwerstern haben schon als kleine Mädchen mit ihrer Mutter Früchte eingekocht. „So musste man nichts wegwerfen.“ Dieses Tradition-gewordene Verfahren hat sich bis heute gehalten. Ebenso wie das Tauschen von Früchten. „Bei uns ist das so üblich, mit den Nachbarn zu tauschen. Bossek befürchtet, dass diese Tradition irgendwann aussterben wird. Der aufkommende Bio-Trend könnte das verhindern. Sowohl Bossek, als auch ihre Schwester verzichten auf chemischen Schutz vor Schädlingen. Auch wegen der Enkel, die direkt vom Strauch naschen. „Es wird alles wiederverwertet“, so die Kleingärtnerin. Naht der Sommer, sammeln die Schwestern alle leeren Einmachgläser von Familie und Freunden. Egal ob Senf-, Gurken-, oder Marmeladenglas – Hauptsache sauber. Auch das haben die Schwestern von ihrer Mutter. Für keimfreie Gläser werden sie gespült und ausgekocht. Sind die Behälter aufbereitet und luftdicht verschlossen, sind sie jahrelang haltbar und der Inhalt bereit für den süßen Genuss.

Rezept: Holundersirup
Beeren entsaften, ohne Stiele
Pro 1 Liter Saft: 500g Gelierzucker, 1 Beutel Zitronensäure
Alles aufkochen und ca. 4 Minuten köcheln lassen. Danach sofort verschließen und im Backofen bei 100°C ca. 30 Minuten sterilisieren. Danach 30 Minuten ruhen lassen und verdünnt trinken.