„Fit for Family“: Eltern und Kinder unter einem Dach

St. Antonius-Familienhaus an der Bromberger Straße feiert Einjähriges – Zuhause für fünf Familien

(JP) Urlaub, Ausflüge oder einfach beisammen sein: Für viele Familien ist das selbstverständlich. Das „FIT for Family“ Familienhaus der St. Antonius gGmbH hilft seit einem Jahr Eltern und Kindern aus Rotthausen und Umgebung, die in einem ausbaufähigen Familienverhältnis leben, damit Harmonie einkehrt.

Das Besondere: Es wird ein betreutes Wohnen angeboten, bei dem Eltern und Kinder die Beziehung zueinander verbessern können. Sie werden von erfahrenen Mitarbeitern in ihrem Tagesablauf begleitet. „Sie ziehen für gut eineinhalb Jahre ein, um Freude am Elternsein zu entwickeln“, erklärte Einrichtungsleiterin Bettina Geldermann (57).
Geldermann ist Sozialpä-dagogin und von Anfang an als Leiterin dabei. Vor zehn Jahren hat sie begonnen, die Einrichtung aufzubauen, ehe sie vor einem Jahr nach Rotthausen umzog. Das Mehrfamilienhaus  an der Bromberger Straße 67 wurde von der „Gesellschaft für Wohnungsbau mbH“  renoviert, sodass sechs Wohnungen zur Verfügung stehen. Zusätzlich gibt es zwei Trainingswohnungen, wo zum Abschluss des Aufenthalts die Betreuungsintensität heruntergefahren wird. Nachdem im ersten Rotthauser Jahr acht Familien das Angebot annahmen, beheimatet die Einrichtung momentan fünf Familien.

„Geduld ist das oberste Gebot“

Um Freude am Elternsein zu wecken, sind gemeinsame Feste wie der Tag der offenen Tür hilfreich. „Die Familien haben mitgeholfen, den Tag zu organisieren. So etwas fördert das Zusammenleben von Kindern und Eltern“, meinte die Sozialpädagogin. Die Familien kommen meist mit einem schwierigen Hintergrund. „Soziale Kompetenzen wie die Konfliktregelung müssen verbessert werden. Das geht nicht sofort, wir müssen das Vertrauen gewinnen. Dazu braucht es aber auch den Willen, etwas zu verändern.“
Katrin Künstler hat es fast geschafft. Sie  wird mit ihrer Tochter noch drei Monate im Familienhaus verbringen. „Der Aufenthalt hat mir sehr viel gebracht. Ich bin viel ruhiger geworden und habe gelernt, wie ich mit meiner Tochter reden kann“, resümierte die Mutter. Auch Carlos Reis, der mit seiner Tochter dort lebt, ist überzeugt: „Die Arbeitsrunden helfen uns, wir gehen draußen spazieren und machen Ausflüge.“

Soziales Beisamensein

„Das soziale Beisammensein unter Anleitung funktioniert aber nicht immer erfolgreich“, so die Leiterin. Dennoch bekomme sie oftmals noch Nachrichten von ehemaligen Bewohnern, die ihren Alltag ändern konnten. Auch Freundschaften haben sich über den Aufenthalt hinaus gehalten, „was der absolute Optimalfall ist“.