Eine große Tennis-Familie

Ein Verein mit Sinn für Gemeinschaft – SV Schonnebeck freut sich auf die neue Saison

(win) Wer die Anlage des SV Schonnebeck Tennis erreichen möchte, muss ein wenig suchen. Die Friedhofstraße geht es herunter, links werden Fußballfelder, rechts Kleingärten passiert. Dann ist die schmucke Anlage mit vier Plätzen erreicht, die erst dem Jahr 2000 die Heimstätte ist.
Bis dahin war es ein beschwerlicher Weg, der eine Erklärung für den familiären Zusammenhalt der Mitglieder ist. Der mittlerweile eigenständige Verein wurde 1975 als Tennisabteilung des SV Schonnebeck gegründet. 1977 wurde an der Wengestraße, auf der jetzt brachliegenden Fläche hinter dem Hartplatz der Fußballer, das erste Netz gespannt. Der eine Platz wies nicht einmal die vorgeschriebenen Maße auf. Umkleiden oder Duschen waren nicht vorhanden. Die Zahl der Mitglieder stieg dennoch, so dass es schnell zu eng wurde. Da in Schonnebeck kein geeignetes Gelände aufzutreiben war, ging es für einige Jahre ins Exil nach Altenessen. Von 1981 an teilten sich die Schonnebecker eine Drei-Platz-Anlage an der Hövelstraße mit der TVG Holsterhausen.

Gemeinschaftliches Engagement

Die Rückkehr nach Schonnebeck war immer ein Ziel und wurde Mitte der 1990er-Jahre konkret, als das heutige Gelände ins Spiel kam. Nach langem Hin-und-her wurde es 1999 ernst. Beim Bau der damals drei Plätze und des Vereinsheims erledigten die Mitglieder fast alles in Eigenregie, verlegten beispielsweise 200 Meter Versorgungsleitungen vom Fußballplatz aus. Daher konnte die Anlage schon im April 2000 eingeweiht werden. „Das hat zusammengeschweißt“, erzählt Vorsitzender Manfred Köhler, dessen Frau Marie-Luise zu den Gründungsmitgliedern zählt. Das gemeinschaftliche Engagement hält bis heute an. Es ermöglichte 2004 den Bau eines vierten Platzes sowie den Ausbau der ersten Etage des Clubhauses. Bis heute erfolgt die Bewirtung in Eigenregie, was natürlich finanzielle Vorteile mit sich bringt. „Unsere Gäste wundern sich immer wieder über die niedrigen Preise“, berichtet Margret Köhler. Die Schwester des Vorsitzenden fungiert seit Jahren als Geschäftsführerin. Ihr 2015 verstorbener Ehemann Ingo war ebenfalls im Vorstand aktiv und maßgeblich am Bau der heutigen Anlage beteiligt.

Terminschwierigkeiten durch Frost

Die familiäre Ausrichtung spiegelt sich auch in den vielen außersportlichen Aktivitäten auf der Anlage wieder, die die Mitglieder zusätzlich privat für größere Feiern mieten können. Der Großteil der rund 170 Mitglieder (58 passive) stammt aus Schonnebeck und der näheren Umgebung. Nahezu alle Aktiven spielen mittlerweile in Mannschaften. So wurden denn acht statt bislang sechs Teams für die neue Saison gemeldet. Die dauert in diesem Jahr lange, zieht sich bis in den Juli. Aus diesem Grund muss für die Mixed- und Doppel-Vereinsmeisterschaften noch ein neuer Termin gefunden werden. Akut bereitet den Schonnebeckern das Wetter die meisten Sorgen. Der späte Frost im März verzögert die Herrichtung der Plätze. Wann diese bespielbar sein werden, ließ sich bei Druckbeginn noch nicht genau vorhersagen. Angepeilt wird Samstag, der 21. April. Denn für diesen Tag ist die offizielle Saisoneröffnung angesetzt. Von 11 bis etwa 17 Uhr sind neben den Mitgliedern auch interessierte Gäste als Tennisspieler herzlich willkommen. Abends folgt noch eine kleine Feier. Man darf sicher sein, dass die Familie SV Schonnebeck Tennis es hinbekommen wird.