EIN ZEICHEN DER MENSCHLICHKEIT

Gedenktafel für Dr. Rudolf Bertram erinnert an die Rettung von 17 jüdischen Frauen in der Nazizeit

Mit Mut und Scharfsinn, unterstützt von Ordensschwestern des Krankenhauses, rettete Dr. Rudolf Bertram 1944 siebzehn ungarische Jüdinnen vor dem sicheren Tod. Die Frauen waren als Zwangsarbeiterinnen bei der damaligen Gelsenberg Benzin AG eingesetzt und bei einem Luftangriff auf das Werk am am 11. September 1944 schwer verletzt worden.
Dr. Rudolf Bertram (1893 – 1975), der als Chirurg während des 2. Weltkrieges und bis 1965 in den katholischen Krankenhäusern in Horst und Rotthausen praktizierte, riskierte mit seinem beispielhaften Einsatz sein Leben, um das Leben der Jüdinnen zu retten. Durch den selbstlosen Einsatz des Mediziners und vieler weiterer Beschäftigter der Krankenhäuser erlebten diese Frauen und Mädchen ihre Befreiung im April 1945 im Horster Josephshospital und im Rotthauser Marienhospital – heute Standort der Seniorenwohnanlage Haus Marien. Für diesen Akt der Menschlichkeit wurde Dr. Rudolf Bertram im Jahre 1980 posthum von der Israelischen Gedenkstätte Yad Vashem die Auszeichnung „Gerechter unter den Völkern“ zuteil. Er verstarb 1975 in Gelsenkirchen. Eine Gedenktafel, die an das mutige Wirken von Dr. Bertram erinnert, wurde am 28. Mai am Haus Marien, Ecke Haydnstraße / Mozartstraße, im Rahmen einer Feierstunde enthüllt.

Dieses Andenken ermöglicht die St. Augustinus Gelsenkirchen Stiftung. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag dafür, dass zukünftig am Standort des ehemaligen Rotthauser Krankenhauses nicht nur dem Leben und Wirken von Dr. Bertram und seiner mutigen Helferinnen und Helfer gedacht werden kann. Die Tafel erinnert auch an jene Menschen, die in der dunkelsten Zeit deutscher Geschichte aus ihrem Glauben heraus Zeichen der Menschlichkeit setzten und Opfer der Verbrechen des Nationalsozialismus wurden.