EIN ORT WILL SICH ERINNERN

In seiner fast 100-jährigen Geschichte musste das denkmalgeschützte Volkshaus vielen Herren dienen:
Institut für Stadtgeschichte und Stadtteilarchiv Rotthausen weihen neue Erinnerungstafel ein

Kurz vor Weihnachten wurde das historische Volkshaus Rotthausen auch offiziell zum „Erinnerungsort“. In seiner fast 100-jährigen Geschichte musste das denkmalgeschützte Gebäude vielen Herren dienen. Die Enthüllung der Erinnerungstafel nahm Bezirksbürgermeister Michael Fath vor.

Die neue Tafel im aktuellen Design des Projektes „Erinnerungsorte“ ersetzt eine ältere Informationstafel vor dem Volkshaus. Sie erläutert die wechselvolle Geschichte des Gebäudes: Das von dem bekannten Essener Architekten Alfred Fischer, der später auch das Hans-Sachs-Haus realisierte, entworfene Volkshaus diente seit 1919 unter anderem als Rathaus der Bürgermeisterei Rotthausen, als Veranstaltungs- und Versammlungsort, als Jugendherberge, als SS-Führerschule, als Wehrmachtsdepot und als Unterkunft für Flüchtlinge, Berglehrlinge und Gastarbeiter.

Gebäude steht seit 1984 unter Denkmalschutz
Seit 1984 steht das Volkshaus unter Denkmalschutz, zwischen 1987 und 1989 wurde es restauriert. Im kommenden Jahr werden in Rotthausen noch weitere neue Erinnerungsorte-Tafeln aufgestellt, die über die Geschichte dieses Stadtteils informieren, unter anderem an der Karl-Meyer-Straße, an alten Standorten der Zeche Dahlbusch, an der Bergbausammlung Rotthausen, am Bahnhof und am Landschaftspark Mechtenberg.

Stadtgeschichtler kooperieren mit Stadtteilarchiv
Das Institut für Stadtgeschichte (ISG) arbeitet dabei eng mit dem Stadtteilarchiv Rotthausen zusammen. Der Rat der Stadt hat das Projekt „Erinnerungsorte“ im Oktober 2005 beschlossen. Die Koordination liegt in Händen des Instituts für Stadtgeschichte (ISG). Das Projekt setzt vor allem auf bürgerschaftliches Engagement und vernetzt unterschiedliche erinnerungspolitische Initiativen.

Gelsenkirchener Geschichte auf mittlerweile 170 Tafeln
Ziel ist es, an historisch bedeutsamen Orten im Stadtraum zusätzliche Informationen in Gestalt von erläuternden Tafeln zur Verfügung zu stellen. Mittlerweile gibt es in Gelsenkirchen über 170 Erinnerungsorte-Tafeln.

Neues Nutzungskonzept wird Anfang 2017 erwartet
Für 2017 erhoffen sich die Rotthauser Bürger ein neues Nutzungskonzept für das Volkshaus sowie die erforderlichen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten.