Ein offener Ort der Begegnung

Gemeindecampus: Vorplatz der evangelischen Kirche soll umgestaltet werden

Blick in die Zukunft: Geht es nach Pfarrer Rolf Neuhaus (Foto), wird die evangelische Kirche an der Steeler Straße zum neuen Quartierszentrum für alle Rotthauser. Neue Spielgeräte hinter der Kirche stehen bereits.

(JP) Amphitheater, Pavillon und Grillecke: Die evangelische Kirche an der Steeler Straße soll zum „Gemeindecampus“, einem offenen Ort der Begnung, des Austausches und Interaktion werden.
„Der Gemeindecampus ist ein Versuch, für die Menschen in Rotthausen einen Ort der Begegnung mit ihren vielfältigen Interessen und Bedürfnissen zu schaffen“, erklärt Pfarrer Rolf Neuhaus das Vorhaben. Zusammen mit dem Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid, dem Diakoniewerk und der Stadt Gelsenkirchen wird im Rahmes des Stadtteilerneuerungsprogramms das Außengelände um die Kirche umgestaltet. Außerdem starten weitere soziale, kulturelle und sozial-diakonische Projekte. Dazu gehört z.B. das Rotthauser Wohnzimmer, das weiterhin bestehen bleibt.

Studenten unterstützen beim Planen

Rolf Neuhaus möchte den Vorplatz der Kirche öffnen: „Ich verstehe meine Arbeit nicht nur als Gemeinde-, sondern als Quartiersarbeit. Die Mauern wirken verschließend. Durch die Entfernung der Mauern soll deutlich werden, dass der Platz ein Anlaufpunkt für alle Rotthauser ist.“ Neuhaus, der aktuell eine einjährige Fortbildung zum Quartiersmanager durchläuft, hat weitere Ideen im Kopf, wie das Gelände der Zukunft aussehen könnte. „In einem kleinen Amphitheater für rund 30 Personen könnten im Sommer Aufführungen und Konzerte stattfinden. Dort, wo sich aktuell noch der Kompost befindet, wäre Platz für eine Grillecke oder ein Holzpavillon, unter dem Bürger draußen frühstücken und essen können“, erklärt der Pfarrer. Der Pavillon fungiere dann als Anlauf- und Informationspunkt. Zwei Solartankstellen würden die Nachhaltigkeit des Quartiers fördern.
Unterstützung kommt dabei von Studierenden der Hochschule Ruhr-West in Mülheim. Die angehenden Bauingenieure wollen das Gelände begutachten und auf die baulichen Möglichkeiten prüfen. „Ein Architektur-Student kam zudem auf mich zu und fragte nach Unterlagen für das Außengelände. Leider habe ich keine exakten Bauzeichnungen des Kirchengeländes gefunden“, so der Pfarrer. Die Umgestaltung soll aus dem Stadtteilerneuerungsprogramm Rotthausen finanziert werden. 1,35 Millionen Euro stehen insgesamt zur Verfügung. Dabei sollen 300.000 Euro in die baulichen Veränderungen fließen. Mit einer Million Euro geht der größte Teil in sozial-integrative Maßnahmen. Vorgesehen ist eine Laufzeit von drei Jahren.

Ideenwettbewerb bindet Bürger ein

Alle Rotthauser Bürger haben die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen einfließen zu lassen. Im Rahmen eines Ideenwettbewerbes sammelt Rolf Neuhaus die Vorschläge. Eine Jury entscheidet dann, ob die Ideen umsetzbar sind. „Ich freue mich auf jeden kleinen Input, es muss keine fertige Idee sein“, so der angehende Quartiersmanager. Einige Konfirmanden haben schon teilgenommen. Eine Bandgründung und eine Rotthauser Wasserschlacht für ein zukünfiges Sommerferienprogramm stehen schon auf dem Ideenzettel.