Ein Abschiedsgeschenk an den Stadtteil

Gemeinsam geht‘s besser: Rotthauser Firmen helfen mit, Förderwagen für Standort auf Steeler Straße zu restaurieren

(GI/SuSch) Er ist tonnenschwer, rostig und ein Relikt vergangener Bergbautage. In Rotthausen jedoch bekommt der ehemalige Förderwagen der Zeche Prosper Haniel in Bottrop eine neue Heimat: Im Frühjahr soll der eiserne Koloss nach einer ausgedehnten Schönheitskur auf der Steeler Straße aufgestellt werden, um all jene willkommen zu heißen, die durch Rotthausen gehen oder fahren.

„In dem Jahr, wenn sich der Steinkohlebergbau aus Deutschland endgültig verabschiedet, soll dieser Förderwagen ein Geschenk des Rotthauser Netzwerkes an den Stadtteil sein und die Erinnerung an die große Tradition des Bergbaus bewahren“, sagt Klaus Koschei, Vorsitzender des Netzwerkes, über das Projekt.

Die Idee, einen Förderwagen als Willkommensgruß im Quartier aufzustellen, entstand bereits Ende 2016.  Vorstandsmitglied Günter Iwannek bat daraufhin Bernd Tönjes, den Vorstandsvorsitzenden der Ruhrkohle AG (RAG), dem Netzwerk aus den Beständen der wenigen RAG-Zechen, die damals noch in Betrieb waren, ein Grubenfahrzeug zu spenden.

Schon wenige Wochen später kam die positive Antwort. Das Netzwerk durfte sich -unterstützt von RAG-Mitarbeitern – einen Förderwagen auf „Prosper Haniel“ in Bottrop abholen. Nachdem Oberbürgermeister Baranowski und Gelsendienste die Genehmigung zur Aufstellung erteilt hatten, konnte die Abholaktion starten.
Was seitdem folgte, war ein Musterbeispiel bürgerschaftlichen Engagements. Alle Mitglieder des Netzwerks, die einen Beitrag leisten konnten, spuckten in die Hände und packten mit an.

Mittlerweile war der Förderwagen von „Prosper Haniel“ auf das Gelände des ehemaligen Bergwerks „Auguste Viktoria“ in Marl „umgezogen“. Dorthin machten sich Anfang Oktober 2017 Netzwerk-Sprecher Günter Iwannek und Beisitzer Andreas Lange auf den Weg nach Marl. Dort durften sich die beiden einen Förderwagen „aussuchen“. Günter Iwannek erinnert sich: „Das waren alles riesige Wagen, mindestens drei Meter lang. Dazu kamen noch die passenden Schienen für eine sachgerechte Aufstellung. Das alles war wirklich keine einfache Sache.“ Die Wahl fiel schließlich auf ein beachtliches Fahrzeug: 3,30 Meter lang und 2,5 Tonnen schwer.

Lange, Chef der IT-Firma innodat in Rotthausen, hatte schon bei der Boulebahn des Netzwerks kräftig mit angepackt. Nun erklärte er sich bereit, den Transport des sperrigen Wagens zu übernehmen. Anfang November war es schließlich so weit. Mit Hilfe eines Lkw und eines Gabelstaplers schickten Iwannek und Lange den Förderwagen auf die Reise nach Rotthausen.

Netzwerkpartner arbeiten Hand in Hand
Der total verdreckte und verbeulte Koloss plus Schienen landete auf dem Gelände der Firma Bonefaß in Rotthausen. Die Spezialisten für Sandstrahl- und Beschichtungstechnik bestrahlten das Fahrzeug und beschichteten es neu. Durch das eiskalte Wetter im Februar und Anfang März dauerte es lange, bis die Grundierung und Lackierung getrocknet war.

Dann machte sich Malermeister Jürgen Kremer, ebenfalls aus Rotthausen und Mitglied im Netzwerk, ans Werk. Seine Aufgabe ist es, den Förderwagen mit dem Satz „Herzlich willkommen in Rotthausen“, dem Signet Schlägel und Eisen und dem Schriftzug „Rotthauser Netzwerk“ zu vesehen. Durch „künstliche Kohle“ soll die obere Öffnung verschlossen werden.

Bei der Gestaltung orientierte sich das Rotthauser Netzerk an dem Förderwagen, der im September 2017 aus Anlass des 94. Geburtstages von GFW-Geschäftsführer Wilhelm Tax vor der der Dahlbusch-Villa, Steeler Straße 61, aufgestellt wurde. Um den Jubilar zu ehren, waren RAG-Vorstandschef Bernd Tönjes und OB Frank Baranowski nach Rotthausen gekommen. Bei dieser Gelegenheit bedankte sich Hans-Günter Iwannek im Namen des Netzwerks bei Bernd Tönjes für den gespendeten Kohlewagen.

Aufstellung für Frühjahr geplant
Das Rotthauser Netzwerk plant, den Förderwagen im Frühjahr – voraussichtlich Ende April/Anfang Mai – auf der Steeler Straße / Ecke Schwarzmühlenstraße aufzustellen und anschließlich feierlich einzuweihen.