Ehrenamt soll Spaß machen

Stadtteil-Agenda 2019: Rotthauser Netzwerk startet Initiative für partnerschaftliches Handeln

(SuSch) Nie war es so wichtig wie heute: das Ehrenamt. Trotzdem klagen viele Vereine über Mitgliederschwund oder Desinteresse an der Mitgestaltung. Das Rotthauser Netzwerk hat sich entschlossen, neue Wege zu gehen und Akteure im Quartier erstmals partnerschaftlich zusammenzuführen. Ziel ist es, eine gemeinsame Stadtteil-Agenda für 2019 aufzustellen und umzusetzen. Die ersten Rückmeldungen auf die Einladung zum vertrauensvollen Miteinander sind vielversprechend.

Es war im Sommer diesen Jahres, da machte Klaus Koschei, der Gründungsvorsitzende des Rotthauser Netzwerks, eine Entdeckung, die die Entwicklung des Stadtteils auf lange Sicht positiv beeinflussen könnte. Bei der Betrachtung der Projekte und Ziele der im Stadtteil aktiven Parteien, Gemeinden und Vereine stellte er fest, „dass es eine Vielzahl von Überschneidungen gibt, wir alle wollen schließlich im wesentlichen das Gleiche: ein Rotthausen, in dem Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Kultur oder Religion gut wohnen und arbeiten können und gerne leben.“ Trotzdem, so der 62-Jährige, werde vielfach parallel gearbeitet. Der eine wisse nicht, was der andere vorhabe, und stelle am Ende enttäuscht fest, dass doppelte Arbeit geleistet wurde. Eine solche Verschwendung von Kreativität, Zeit und Energie führe leider häufig dazu, dass Ehrenamtler frustriert das Handtuch werfen und sich zurückziehen. Klaus Koschei: „Dabei soll Ehrenamt doch Spaß machen. Nur dann bleiben die Menschen motiviert und engagiert bei der Stange.“

Auf uns kommen wichtige Aufgaben zu

Gerade jetzt – angesichts der bevorstehenden Stadtteilentwicklung und Innovation City – sei gemeinsames Handeln besonders wichtig, um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen und die dafür zur Verfügung gestellten Fördermittel nachhaltig zu nutzen, so Koschei: „Auf uns, die Bürgerinnen und Bürger von Rotthausen, kommen wichtige Aufgaben zu, die wir nur gemeinsam schultern können.“ Als Beispiele für komplexe Projekte 2018 nennt er die Unterstützung der Gelsenkirchener Tafel bei der Eröffnung einer Ausgabestelle in Rotthausen, die Vernetzung des öffentlichen Nahverkehrs zwischen Rotthausen und Feldmark, den Rosenmontagszug für Kinder und die Eröffnung eines gemeinsamen Quartiersbüros mit der IAG. Die Organisation des ersten „Winterdorfes“ mit vielen Akteuren auf dem Schulhof der Turmschule am Samstag, 24. November, gebe einen Vorgeschmack auf das, was durch Zusammenarbeit möglich werde.

Und so sprach der Netzwerk-Vorsitzende bereits zum Sommerende Einladungen an Parteien, Kirchengemeinden und Vereine aus. Seine Idee, eine gemeinsame Stadtteil-Agenda 2019 aufzustellen, fiel auf fruchtbaren Boden. Erste Gespräche mit dem Bürgerverein, der evangelischen Kirche und der CDU sollen bereits im Oktober die Chancen einer Zusammenarbeit „auf Augenhöhe“ ausloten – im Quartier und für das Quartier.