Der Spielplatzpate vom Steinfurthhof

Er initiierte den Bau ein neues Spielhauses mit Rutsche für die Kleinsten: Falko Judwitt kümmert sich ehrenamtlich um den Spielplatz am Steinfurtthof. Müll, gefährlichen Glasscherben, Rasierklingen oder Rauchern gibt er zum Wohle der Kinder keine Chance.

Falko Judwitt: 20 Jahre ehrenamtliches Engagement, damit Kinder gefahrlos Spaß haben können

(JP) Der Spielplatz am Steinfurthhof ist das Revier von Falko Judwitt. Dabei ist der Mann schon 68 Jahren alt! Falko Judwitt – Ehemann, Vater und Großvater –  kümmert sich ehrenamtlich darum, dass sich Kinder bis 14 Jahre auf dem Spielplatz gefahrlos austoben können. Judwitt beseitigt Flaschen, Scherben und Zigarettenstummel. Manchmal weist er freundlich auf das Rauchverbot hin – oder gibt den Anstoß zum Bau eines neuen Spielhauses.

Kurz vor dem Start der Spielsaison – die üblicherweise Mitte März beginnt – tummeln sich viele Eltern mit ihren Kindern auf dem Spielplatz am Steinfurthhof. Es ist eine kleine Spielanlage mit Sandkästen, einer Schaukel, Klettergerüsten und einem neu gebauten Spielhaus. Errichtet zwischen den Hinterhöfen von Mehrfamilienhäusern. „Das ist noch ein Stück Ruhrpott-Romantik“, beschreibt Falko Judwitt das bunte Treiben, während er aus dem Fenster seiner Wohnung blickt.

Von dort aus hat der Pensionär alles im Blick. Seit etwa 30 Jahren wohnt der ehemalige Maschinist einer Fleischwarenfabrik in der Wohnung mit Sicht auf den Spielplatz.

„Es macht Spaß, draußen zu sein“

Seit gut zwei Jahrzehnten pflegt er die Anlage, die an den Vorgarten des Hauses grenzt. „Ich habe angefangen, im Frühjahr die Hecken zu stutzen und dann geschaut, ob dort Müll liegt“, erzählt der 68-Jährige. Ans Aufhören hat Judwitt bislang nicht gedacht. „Ich mache das so lange, wie ich kann. Es macht Spaß, so viel draußen zu sein.“

Bindeglied zwischen der Verwaltung und Besuchern

Heute ist Falko Judwitt einer von mehr als 100 Spielplatzpaten der Stadt Gelsenkirchen und unverzichtbar: „Falko Judwitt ist das Bindeglied zwischen der Verwaltung und den Menschen, die die Spielgeräte nutzen“, beschreibt Iris Guder. In der Stadtverwaltung bearbeitet sie alles rund um die städtischen Spielplätze.

Judwitts Einsatz lohnt sich.

Seinen täglichen Rundgang startet der Familienmensch meistens am frühen Morgen: „Ich bin Frühaufsteher und gehe deshalb gegen sechs Uhr morgens raus. Dann sind noch keine Spielplatzbesucher da.“ Flaschen, Glasscherben, sogar Nägel oder Rasierklingen hat er schon gefunden. „Es gibt immer Leute, die ihren Müll dort liegen lassen. Deshalb wird es immer nötig sein, dass sich jemand um die Spielplätze kümmert“, gibt Judwitt zu bedenken. Früher hat er auch alte Spritzen von Drogenabhängigen gefunden. Aber das ist glücklicherweise lange her.

Hinweis auf Rauchverbot

Freundlich, aber bestimmt macht er Eltern darauf aufmerksam, dass auf dem Spielplatz Rauchverbot herrscht: „Die meisten Eltern gehen schon vor das Tor, da ist es erlaubt. Glücklicherweise waren bislang auch immer alle freundlich zu mir“, so der Spielplatzkümmerer. Stolz betrachtet er das neue Spielhaus. „Das hat mir für die jüngeren Kinder noch gefehlt. Zum Glück reagiert die Stadt dann immer recht unkompliziert“, erklärt Judwitt. Bevor die Spielplatzsaison so richtig los geht, hat er aber noch zwei weitere Anliegen: „Der Weg muss ausgebessert werden und die Bänke haben keine Lehnen. Das will ich ändern!“