Das Schönste am Streit ist die Versöhnung

65 Jahre Ehe: Gerhard und Anneliese Görick feiern Eiserne Hochzeit in der Demenz-WG an der Schemannstraße

Seit über 65 Jahren ein Herz und eine Seele: Anneliese und Gerhard Görick lernten sich 1950 bei der Arbeit kennen. Heute leben sie gemeinsam in der Demenz-WG der Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen an der Schemannstraße.

(ID) 68 Jahre Liebe, 65 Jahre Ehe. Anneliese und Bernhard Görick feierten Ende November Eiserne Hochzeit in der Demenz-WG „Leben in Rotthausen“ der APD Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen.

„Kennengelernt haben wir uns 1950 im Marien-Hospital Wattenscheid“, erzählt Bernhard Görick, der dort als 22-jähriger Möbel schreinerte. „Weil Anneliese als Kinderkrankenschwester sehr spät von der Arbeit kam, lief ich nachts immer von meiner Wohnung in Bochum-Hordel zurück zum Krankenhaus, um Zeit mit ihr zu verbringen und sie für mich zu gewinnen.“ Die rund vier Kilometer Wegstrecke haben sich gelohnt: Im Jahr 1951 verlobten sich Gerhard und Anneliese, 1953 heirateten sie und bekamen kurze Zeit später ihren ersten Sohn Gerd. Knapp fünf Jahre später folgten Tochter Birgit und Sohn Thomas, mit denen es zum gemeinsamen Urlaub oft an die See ging. Später reiste man zu zweit durch Italien, nach Venedig und nach Rom zur Audienz beim Papst. Mittlerweile haben die Göricks fünf Enkel und drei Urenkel – das vierte ist unterwegs.

Gemeinsam arbeiten, gemeinsam alt werden
„Wir sind immer freundlich zueinander“, verraten die Ehejubilare ihr einfaches Geheimrezept für die langjährige Liebe. „Und wenn wir  uns doch mal gestritten haben, so war das Schönste danach doch immer die Versöhnung.“ Ihren gemeinsamen Lebensabend verbringen die beiden Wattenscheider seit über zwei Jahren in der APD Demenz-WG „Leben in Rotthausen“. Dort teilen sie sich ein eigenes Schlaf- und Wohnzimmer mit selbstgeschreinerten Möbeln aus der alten Wohnung. „Wir haben uns am selben Arbeitsplatz kennengelernt, sind zur gleichen Zeit in Rente gegangen und natürlich auch gemeinsam in die Schemannstraße 47 gezogen.“ Mit sechs weiteren Mieterinnen und Mietern teilen sie sich eine große Wohnküche im Herzen ihrer WG. „Uns gefällt das Wohnen in Gemeinschaft sehr. Schon damals in unserer Wohnung in Bochum wurde die Klinke nie kalt. Hier treffen wir, sobald wir das Zimmer verlassen, auf nette Nachbarn und Mitarbeiter. So sind wir gut im Quartier angekommen.“