Das Licht des Friedens in die Welt hinaustragen

35 Jahre Altpfadfindergilde St. Georg Gelsenkirchen – Aktives Miteinander in einer internationalen Gemeinschaft

Einmal Pfadfinder – immer Pfadfinder! Dieses Versprechen führt 19 Pfadfinder der Altpfadfindergilde (APG) St. Georg Gelsenkirchen seit Jahrzehnten immer wieder zu regelmäßigen Treffen. Jeden ersten Freitag im Monat um 19.30 Uhr treffen sie sich im Kolpinghaus Rotthausen zum Gedankenaustausch. Dabei wird  natürlich zur „Klampfe“ gegriffen, und es erklingen altbekannte Fahrtenlieder. Der älteste Teilnehmende zählt 87 und die jüngste 53 Jahre – das ist eine Differenz von fast 35 Lebensjahren!

Ins Leben gerufen wurde die APG St. Georg Gelsenkirchen im April 1982 durch den Rotthauser Willi Bialas, nachdem sich der 1930 gegründete Stamm „I Gelsenkirchen“ der St. Georgs-Pfadfinder aufgelöst hatte. Die APGler pflegen ihre Gemeinschaft nicht nur im Rückblick auf die Zeit, als sie Wölfling, Pfadfinder, Rover waren, oder eine Führungsaufgabe im Stamm innehatten. Ganz im Gegenteil, sie sind im Sinne der Pfadfinder-Ideologie weiterhin aktiv. Sie nehmen an internationalen Freundschaftstreffen teil und stehen mit dem Verbandsleben in Verbindung. 1998 organisierte die APG St. Georg Gelsenkirchen ein Familientreffen in Haltern für den deutschen Verband organisiert.

Brillen für Afrika und Briefmarken für Bethel

Verantwortung – auch international – ist für sie kein leeres Wort. 1992 beteiligte sich die Gilde an einer Kroatien-Hilfe. Die Aktiven sammelten Geld, das über österreichische Pfadfinder auf direktem Wege zu den Hilfsbedürftigen gelangte. Regelmäßig tragen sie Brillen zusammen, die dann vom Verband Deutscher Altpfadfindergilden, dem die APG angehört, katalogisiert und nach Afrika verschickt werden. Sie unterstützen eine Briefmarkenbank zu Gunsten der „von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel“ in Bielefeld und spendeten über den Verband auch für die Erdbebenkatastrophe auf Haiti. Eine ganz besondere Aufgabe seit 1994 ist es, das Friedenslicht aus der Geburtsgrotte Bethlehem an verschiedene Institutionen weiterzureichen. Organisiert durch den österreichischen Sender ORF gelangt es über Wien in deutsche Städte, so auch nach Essen. Bei der jährlichen  Aussendungsfeier am 3. Advent wird das Licht in der Essener Münsterkirche oder in der evangelischen Kreuzeskirche abgeholt und zum Gelsenkirchener Oberbürgermeister sowie zu Seniorenheimen, Kirchen, Krankenhäusern, Kindergärten und Hospizen getragen. Für die Rotthauser ist dieses Friedenslicht heute aktueller denn je. Angesichts der täglichen Schreckensnachrichten wachse bei immer mehr gläubigen Menschen der Wunsch, dieses Licht zu erhalten und in die Welt zu tragen.

Freundschaft, Toleranz und Respekt

Mitglieder der Gilde sind im Allgemeinen ehemalige Pfadfinder und Pfadfinderinnen. Auch Freunde und Ehepartner können Mitglied werden, wenn sie sich zur Pfadfinderidee bekennen. Sie verpflichten sich, Menschen und ihre Rechte zu respektieren, für Gerechtigkeit und Frieden zu arbeiten, um eine glücklichere Welt schaffen zu helfen, und zum internationalen Verständnis beizutragen durch Freundschaft, Toleranz und Respekt für andere. Über Zuwachs durch ehemals aktive Pfadfinder oder durch interessierte Neue bei den monatlichen Treffen würden sich die Gildenmitglieder sehr freuen. Gut Pfad!