„DahlTube“ geht in die Produktion

Ein Klassenzimmer wird zum Produktionsraum. Skriptschreiben und Ton einsprechen: Die Rotthauser Post war dabei

(JP) Die Schulglocke schellt, die Pause ist vorbei. Einige Schülerinnen und Schüler der Hauptschule „Am Dahlbusch“ arbeiten jetzt an ihren Videoprojekten. Kurze Erklärvideos für Schüler und Eltern sollen auf ihrem Kanal „DahlTube“ entstehen.

Lehrerin Karoline Frost, die zusammen mit ihrem Kollegen Kolja Brandtstedt das Projekt betreut, erklärt, wie es zu dem Projekt „DahlTube“ kam: „Wir waren beim Lehrerforum zum Thema Digitalisierung, da konnte man sich für solche Projekte bewerben.“ Das Projekt ist  seit Beginn des neuen Schuljahres voll im Gange. Heute sollen die ersten Videos vertont werden. Einige müssen noch das Skript, also einzusprechenden Text, weiterschreiben. Am Ende des Schuljahres sollen die ersten Videos vor großem Publikum, anderen Schülern und den Eltern vorgeführt werden.

Bevor es allerdings in den Computerraum geht, treffen die Schülerinnen und Schüler ihre beiden Lehrer in einem normalen Klassenraum. Ungefähr 15 Jugendliche aus den Klassen 7 und 8 haben den Kurs als Wahlpflichtfach belegt. Es ist außerdem geplant, den Kurs im folgenden Schuljahr auch für weitere Jahrgangsstufen anzubieten. „Ihr schreibt jetzt einen Begriff, den ihr mit „DahlTube“ verbindet, auf das bunte Papier“, gibt Brandtstedt den ersten Arbeitsauftrag.  Lange müssen die Schülerinnen und Schüler nicht überlegen. Begriffe wie „Spaß“, „Bildung“ und „Videos“ stehen auf den Papieren. Jetzt kommt etwas, womit die Mädchen und Jungs nicht gerechnet haben. Sie sollen die geschrieben Schilder hochhalten und jeweils einen Satz dazu sagen. Der Knackpunkt, sie werden dabei gefilmt. „Wenn ihr nicht alleine vor die Kamera möchtet, könnt ihr das auch gerne zu zweit machen“, sagt Frost. Noch etwas schüchtern trauen sich dann die ersten Schüler vor die Kamera und lachen in die Linse. Mit viel Gelächter und wenigen Versprechern sind die Szenen von allen Schülern „im Kasten“. „Das ist nicht schlimm, man kann das alles mehrmals machen“, meint Karoline Frost.

Die Aufnahme beginnt

Raumwechsel: Im Computerraum werden die Rechner hochgefahren. In Kleingruppen arbeiten die Jugendlichen an PowerPoint-Präsentationen, die im Anschluss vertont werden sollen. „Es ist gar nicht so einfach, das aufzuschreiben, was wir sagen können“, meinen die Schüler. Kolja Brandtstedt gibt den Jugendlichen noch einen kleinen Tipp: „Denkt daran, macht es nicht zu kompliziert und vergesst nicht, eure Zuschauer zu begrüßen!“ Aller Anfang ist schwer, deshalb erklärt Frost dem filmerischen Nachwuchs: „Wir fangen mit einfacheren Videos aus Präsentationen an. Später wollen wir auch richtige Aufnahmen machen, für die uns noch die Technik fehlt“. Doch nach einigen Minuten sind die Schwierigkeiten überwunden. „Hallo und herzlich willkommen zu unserem neuen Video“, lautet eine der ersten Begrüßungen.

Texte werden gemeinsam eingesprochen

Die Gruppe um Hassan ist mit dem Text fertig. Es geht in einen Nebenraum zum Einsprechen. Dort hat Karoline Frost schon alles für die Vertonung vorbereitet. Die fertige Präsentation ist auf dem Computerbildschirm zu sehen und die Jugendlichen halten das ausgedruckte Skript in der Hand. Nun werden noch einmal kurz die einzelnen Abschnitte durchgegangen. Wer liest was, wann beginnt der nächste Leser? Nebenbei macht die Lehrerin letzte Verbesserungsvorschläge, damit sich der gelesene Text noch besser anhört. „Alle bereit?“ wird in die Runde gefragt, ein entschlossenes „ja!“ kommt als Antwort. Die Aufnahme läuft. Konzentriert liest die Kleingruppe den Text vor. Technische Probleme, das Programm ist abgestürzt. Also noch einmal von vorne. Kein Problem, das Einsprechen meistert die Gruppe, bis der Text komplett aufgenommen ist. Ein Abklatschen mit „Aufnahmeleiterin“ Frost und das Endprodukt wird abgespielt. Noch nicht perfekt, aber es kann sich sehen lassen. Die einzelnen Tonaufnahmen passen noch nicht hundertprozentig auf die gezeigten Folien. „Wir müssen uns nach besseren Programmen zum Aufnehmen umsehen, dann geht auch die Aufnahme schneller und es können mehrere Gruppen in einem Unterrichtsblock den Text einsprechen“, sagen die beiden Lehrer. Es schellt wieder.

Die Schüler und die beiden Lehrer kommen noch einmal kurz zusammen. „Ihr habt gut mitgearbeitet und ein Lob an die erste Gruppe, die grade ihren Text eingesprochen hat“, sagt Frost zu den Jugendlichen und fragt: „Habt ihr noch Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge? Wir lernen ja schließlich auch noch.“ Hassan sagt, dass ihm die Stunde gefallen und Spaß gemacht hat. Allerdings fände er es blöd, wenn das Programm wieder abstürzen würde und man alles nochmal aufnehmen müsse. „Wir kümmern uns drum“, verspricht die Lehrerin. „Wir machen hier nach den Ferien weiter und wünschen euch schon mal frohe Weihnachten“, schließt Brandtstedt den Unterricht.