Beste Noten für Versorgung durch sieben Hausärzte

Praxislücken in Rotthausen konnten durch Zuzug jüngerer Ärztinnen geschlossen werden - Geringe Facharztdichte im Stadtteil - Lange Wartezeiten auf Termine bei Ärzten in der City

In einer älter werdenden Gesellschaft kommen auf die niedergelassenen Mediziner neue Herausforderungen zu. Bei der medizinischen Versorgung von Seniorinnen und Senioren spielt der Hausarzt eine wichtige Rolle, da ältere Menschen insbesondere auf eine haushaltsnahe, kontinuierliche Behandlung angewiesen sind. Leider entscheiden sich immer weniger junge Mediziner im Studium für eine Tätigkeit als Hausarzt und lassen sich lieber als Facharzt nieder.

Ein Grund mehr, die medizinische Versorgung in Rotthausen unter die Lupe zu nehmen. Ellen Reinhardt, Mitarbeiterin der Rotthauser Post, hat sich umgeschaut. In Rotthausen gibt es sieben niedergelassene Hausärzte in sechs Praxen. Nach Unterlagen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KV) gilt für Gesamt-Gelsenkirchen ein Versorgungsgrad an Hausärzten von 123,8 %. Die KV schreibt: „Die hausärztliche Versorgung in Westfalen-Lippe wird in 111 sogenannten Mittelbereichen geplant. Die Verhältniszahl für Hausärzte beträgt für den Mittelbereich Gelsenkirchen 2.134 Einwohner je Arzt.“ Rotthausen hat zurzeit rund 14.000 Einwohner. Statistisch ist der Stadtteil mit sieben Ärzten also gut versorgt.

Noch vor kurzer Zeit gestaltete sich die Situation einige Monate lang schwieriger, da zwei Praxen nicht besetzt waren.

Zwei neue Ärzte kamen hinzu:
- Patricia Heling, Straßburger Weg 4 und Dr. J. Langer, Schonnebecker Str. 41.
Die weiteren Hausärzte sind:
- Dr. Charlotte Zahn-Brünjes und Hermann Brünjes, Memeler Str. 17
- Dr. Igor Kozlov, Robert-Schmidt-Str. 10
- Dr. Willi Mast, Schulz-Briesen-Str. 3
- Nelli Warkentin, Steeler Str. 70

Dr. Willi Mast, Hausarzt in Rotthausen, freut sich über die gelungene Praxisnachfolge: „Im Allgemeinen ist  es schwierig, Nachwuchs zu finden, aber die Nachfolge von sogar jüngeren Kolleginnen ist ein Glücksfall. Wir sind alle gut miteinander vernetzt und arbeiten problemlos zusammen. Auch in der Urlaubszeit funktioniert die Vertretungsregelung reibungslos.“
Die Rotthauser Mediziner stellen nicht nur die hausärztliche Versorgung sicher, natürlich auch durch Hausbesuche. Sie haben z. T. unterschiedliche Schwerpunkte: Patricia Heling verfügt über chirurgische und manualtherapeutische Erfahrung, Dr. Charlotte Zahn-Brünjes und Hermann Brünjes bieten Gefäßdiagnostik an und sind beratend  palliativmedizinisch tätig.
Dr. Willi Mast behandelt auch im naturheilkundlichen Bereich. Außerdem leitet Hermann Brünjes den hausärztlichen Qualitätszirkel für den Bereich des Gelsenkirchener Südens. Die beteiligten Ärztinnen und Ärzte treffen sich monatlich zum Austausch und zu Fortbildungen im Haus Dahlbusch.

Die fachärztliche Versorgung stellt sich in Rotthausen deutlich schwächer dar. Es gibt eine Facharztpraxis für Frauenheilkunde und Geburtshilfe unter der Leitung von Dr. Sonnhild Zwetkow auf der Karl-Meyer-Str. 29.

Zahnarztpraxen führen:
Dr. Stefan Spitzhofer, Karl-Meyer-Str. 19, Klaus Eßmeyer, Steeler Str. 36, Heiko Gordelt, Mechtenbergstr. 54, Dr. Gudrun Kempin, Belforter Str. 24 und Dr. Johanna Botez mit Dr. Mehmet Ortak, Robert-Schmidt-Str. 15.

Da Rotthausen zentral zur Innenstadt liegt und das Zentrum durch Busse gut erreichbar ist, sind die Wege zu anderen Facharzt-Praxen nicht allzu weit. Allerdings klagen immer mehr Patienten über zum Teil größere Probleme, bei den dortigen Fachärzten kurzfristig einen Termin zu bekommen. „Insbesondere bei Neurologen, Psychiatern, Psychotherapeuten und Dermatologen sind die Wartezeiten leider sehr lang“, kennt Dr. Willi Mast die Problematik.
 
Den Rotthauser Bürgern stehen im Süden Gelsenkirchens zwei Krankenhäuser zur Verfügung. Die verkehrstechnische Anbindung an die Evangelischen Kliniken ist gut, zum Marienhospital mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch Umsteigen am Hauptbahnhof leider überaus umständlich. Viele Bürgerinnen und Bürger äußern Kritik und fordern mit Nachdruck Verbesserungen.

Nach dem Arztbesuch steht meistens der Gang in die Apotheke an. Da gibt es in Rotthausen leider nur noch eine, nämlich die Barbara-Apotheke, Hilgenboomstr. 4. Für viele Bürger ist das ein weiter Weg. Eine zweite Apotheke wäre durchaus  wünschenswert.