Bergbauspuren für die Ewigkeit

Der markante Förderturm von Schacht 10 der Zeche Zollverein steht auch heute noch. Er ist allerdings nicht das einzige Überbleibsel des Bergbaus in Schonnbeck. Das Foto entstand vermutlich in den 1920er Jahren.

Drei Schächte der ehemaligen Zeche Zollverein haben in Schonnebeck bis heute Spuren hinterlassen. Der gesamte Stadtteil steht nicht mehr lotrecht.

(JP) Wie ein Spinnennetz breitete sich die Schachtanlage der ehemaligen Zeche Zollverein auf Essener Stadtgebeit aus.  Von Katernberg, Stoppenberg und Schonnebeck, reichten die Schächte ab 1974 bis Wattenscheid und Gelsenkirchen-Süd.
Die Schächte 3, 7 und 10 verliefen unterhalb von Schonnbeck, nebst Kokerei und einer werkseigenen Ziegelei. Die oberirdische Anlage, bestehend aus Schachthalle, Fördergerüst und anderen Gebäuden, mit Werkstätten, Büros und Maschinen, wurde 1881 entworfen. Die Anlage steht heute unter Denkmalschutz. An dem markanten Förderturm ist der Standort von Schacht 10 schon aus einiger Entfernung zu sehen. 1880 und 1897 begann die Abtäufung der Schächte 3 und 7. Ihre Standorte sind auch heute noch durch Hinweise erkennbar. 1980, 38 Jahre vor dem endgültigen Ende des Steinkohlbergbaus im Ruhrgebiet, erfolgte die Aufgabe der letzten beiden Schächte in Schonnbeck. Doch schon vor dem zweiten Weltkrieg fand 1932 die Kohlenförderung am Schacht 10 ihr Ende. Schacht 12 ersetzte ihn. Sein Förderturm ist heute das weltbekannte Wahrzeichen Zollvereins. Die Verbindungsbahn zwischen den Schächten 1/2 und 3 sowie die Verbindung der Schachtanlage 3/7/10 zur Zeche Bonifacius wurden zu Radwegen ausgebaut. Auch sonst hinterließen die Schonnebecker Schächte optische Spuren. Bergbauschäden prägen heute noch die Bodenbeschaffenheit des Stadtteils. Mehrere Bergsenkungen sorgen dafür, dass Schonnebeck nicht mehr lotrecht ist.
Die ausgeprägtesten Bergsenkungen sind an der Kaspostraße und der Straße Auf der Reihe zu beobachten. Dort stehen auch noch einige frühindustrielle Wohnhäuser, die der extremen Schieflage trotzen. Kurios: Als dort in den 1980er Jahren noch keine lotrechten Neubauten existierten, war die Schieflage kaum wahrnehmbar. Fahrradfahrer wunderten sich oft: Fuhren sie die Straße Auf der Reihe hinauf, führte sie ihr Weg steil bergauf und die Steigung war mit Anstrengung verbunden. Diese Hinterlassenschaften des Bergbaus bleiben auch nach der Schließung der letzten Zeche vorhanden und erinnern die Menschen an die Vergangenheit ihrer Region.