Auf die Unternehmen kommt es an!

Arbeitsmarktfernen Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern – dieser Herausforderung stellt sich das Quartiersbüro in Rotthausen. Dabei setzen die Beratenden dort besonders auf das neue Teilhabechancengesetz, das zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist. Im Interview ruft Dirk Sußmann (Foto oben), Geschäftsführer des Integrationscenters für Arbeit Gelsenkirchen, die Unternehmer auf, den neuen Arbeitsmarkthebel für ihren Erfolg zu nutzen.

RP: Herr Sußmann, was sind die Aufgaben des neuen Gesetzes?
Dirk Sußmann (DS): Für arbeitsmarktferne Langzeitarbeitslose, die wir trotz vielfältiger Anstrenungen bisher nicht in eine Beschäftigung integrieren konnten, eröffnet das Gesetz eine Perspektive, die eine längerfristige, öffentlich geförderte Beschäftigung mit dem Ziel sozialer Teilhabe ermöglicht. Unsere Ideen zur Umsetzung dieser Regelungen wurden in Berlin gehört und auch überwiegend umgesetzt.

RP: Welche Unterstützung benötigen Sie, damit die Umsetzung gelingt?
DS: Wir brauchen die Unterstützung der Arbeitgebenden, um die Integrationschancen weiter zu verbessern. Wir rufen die Unternehmer in Gelsenkirchen auf: Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie Interesse haben! Wir beraten ausführlich und setzen alles daran, damit Arbeitgeber ihren Personalbedarf zügig und gut decken können.

RP: Welche Erfolge kann das IAG vorweisen?
DS: 2018 gingen rund 8.000 Menschen aus dem SGB II-Bezug in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Das ist ein absoluter Spitzenwert, seit es unser Jobcenter gibt. In diesem Jahr richten wir unser Augenmerk besonders auf die Vermittlung von geeigneten Jugendlichen in Ausbildungsstellen. Eine neue Jugendberufsagentur wird junge Menschen, die nach der Schule ohne Lehrstelle sind, noch besser und zielgerichteter auf neue Aufgaben in der Arbeitswelt vorbereiten.