Asbestfunde

Zwischenlagerung beunruhigt Anwohner

(win) Beim Stichwort Asbest läuten die Alarmglocken. Und so war es nicht weiter verwunderlich, dass eine gewisse Unruhe herrschte beim Informationstreffen, zu dem die Stadt Essen besorgte Bürger nach den Asbestfunden auf dem Gelände der Gustav-Heinemann-Gesamtschule eingeladen hatte.

Knapp 80 Personen erschienen in der Schulaula in den Schonnebeckhöfen. Nicht alle gingen zufrieden heim. Das liegt in erster Linie an der komplizierten Entsorgungslage. Zur Ausgangslage: Nachdem Gutachter 2013 vor dem Beginn des Neubaus der Schule keine Bedenken ob der Tauglichkeit des Geländes geäußert hatten, wurden 2017 Asbestrückstände im Boden festgestellt. Laut Auskunft der Stadt war in den 70er Jahren Bauschutt und Hausmüll auf dem seinerzeit verwaisten Gelände abgelegt worden. Die Menge an asbesthaltigem Bauschutt überstieg die ersten Schätzungen der mit der Prüfung beauftragten Baufirma bei weitem. Bislang sind bereits rund 3000 Tonnen ausgehoben worden, es wird mit weiteren 2000 Tonnen im Erdreich gerechnet. Das Problem ist die Entsorgung. Derzeit wird der kontaminierte Aushub mit dicken Spezialfolien gesichert auf dem Baugelände zwischengelagert. Denn asbesthaltiges Material kann nicht schnell in großen Mengen entsorgt werden. Es müssen strenge Auflagen erfüllt werden. Derzeit, so die Stadt, wird ein neues Konzept erstellt.
Die Baustelle sei auch gut abgesichert, versicherte die Stadt. Sämtliche Befürchtungen konnte sie damit nicht zerstreuen. Vielleicht wird das anders, wenn das Abfall- und Entsorgungskonzept steht. Das soll dann in einer weiteren Bürgerveranstaltung vorgestellt werden.
Den Zeitplan des Neubaus sieht die Stadt übrigens nicht als gefährdet an, der Abriss des alten Gebäudes werde allerdings nicht vor 2020 erfolgen können. So oder so muss die Stadt ob der Asbestfunde nun mit erheblichen Mehrkosten für die Entsorgung kalkulieren. Die Rede ist von rund 1,5 Millionen Euro.