20 Millionen Euro sollen Stadtteil schöner machen

 

Armutsprävention hat Priorität: Stadterneuerung in Rotthausen soll neue Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen

Rotthausen ist ein Stadtteil mit Potenzial. Im Rahmen der Stadtteilerneuerung soll das Quartier baulich und sozial aufgewertet werden, der Planungsprozess läuft. „Quartierskümmerer“ Andreas Beilein, zuständig für die Programmvorbereitung Rotthausen, stellte beim Treffen des Rotthauser Netzwerks erste Ergebnisse vor.

„Wir wollen den öffentlichen Raum in Rotthausen erneuern und das Image des Quartiers verbessern. Und das sind keine leeren Floskeln“, versicherte Andreas Beilein den Zuhörern beim Netzwerk-Treffen.
An den Projektentwürfen werde noch gefeilt. Diese sollen im Oktober zur Landesregierung nach Düsseldorf geschickt werden, um Fördermittel für die Umsetzung zu beantragen. „Wir streben für die baulichen Maßnahmen 20 Millionen Euro an, da sind die sozialen Projekte noch nicht mitgerechnet. 80% des Betrages kommen vom Land, 20% Eigenanteil wird die Kommune aufbringen,“ so Andreas Beilein. Die Projektskizzen des Quartiersmanagers trafen bei den Zuhörern des Netzwerk-Treffens ins Schwarze. Der Stadtplaner scheute sich nicht, den Finger in eine schwärende Wunde zu legen.

Projekte gegen Armut

Der Armut in Rotthausen müsse dringend Einhalt geboten werden. Andreas Beilein: „Jedes zweite Vorschulkind in Rotthausen lebt von Sozialhilfe. Das ist im Vergleich mit ganz Gelsenkirchen überproportional viel und darf nicht beschönigt werden.“
Die Bauprojekte im öffentlichen Raum sollen daher zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die bauliche Aufwertung Rotthausens könne mit neuen Beschäftigungsmöglichkeiten verknüpft werden.
Beim Ausbau der Steeler Straße solle über eine bloße Erneuerung der Fahrbahn hinausgesehen werden. „Wir würden den Bereich des Rad- und Fußverkehrs weiter ausbauen.“
Sein Vorschlag, durch Kreisverkehre für Entlastung auf der vielbefahrenen Straße zu sorgen, erntete besonders viel Zustimmung. „Sie sprechen mir aus der Seele“, tönte es aus dem Publikum.

Neuer Standort für Wochenmarkt

Auch bei der Neuorganisation des Marktes stellte Beilein alternative Standorte vor. „Es tut mir schon in der Seele weh, dass der Markt am Samstag so klein ist. Unserer Meinung nach wäre es günstiger, den alten Markt an der Steeler Straße zu nutzen. Der wäre nicht nur sichtbarer, sondern auch näher an der Karl Meyer Straße.“

Stadtteilfonds für Initiativen

Beilein plant, die Veränderungen in Rotthausen nicht allein in städtischer Hand zu lassen. „In Rotthausen sind die Bürger und lokalen Initiativen sehr aktiv. Unser Ziel ist es, einen Stadtteilfonds einzusetzen, über den die lokalen Initiativen Gelder erhalten, um ihre eigenen Projekte umzusetzen“.